4Q12-EMEA-TPI-Index grafik 520

Der 4Q12 EMEA TPI Index, der kommerzielle Outsourcing-Verträge mit einem jährlichen Vertragswert (Annual Contract Value; ACV) von mindestens vier Millionen Euro erfasst, verzeichnete für das vierte Quartal 2012 in EMEA einen ACV von insgesamt 2,1 Milliarden Euro. Obwohl dies einem Rückgang von nur 6 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2012 entspricht, bedeutet es gegenüber dem besonders starken vierten Quartal 2011 ein Absinken um 29 Prozent.

Für das gesamte Jahr 2012 sank der ACV in EMEA mit einem Volumen von 8,2 Milliarden Euro gegenüber 2011 um 12 Prozent. Die 434 Verträge, die in dieser Region 2012 vergeben wurden, markieren im Vergleich mit der Rekordzahl von Vertragsabschlüssen, die 2011 in EMEA für Outsourcing-Services registriert wurden, einen Rückgang um 21 Prozent.

„Es ist wichtig, dass wir diese Outsourcing-Daten für 2012 im größeren Zusammenhang und im besonderen historischen Kontext betrachten”, empfiehlt Bernd Schäfer, Partner & Managing Director ISG DACH. „Bemerkenswerterweise haben sich die Vertragszahlen in EMEA seit 2007 annähernd verdoppelt. Dafür gibt es einige ausschlaggebende Faktoren. So zeigten sich am Markt wieder mehr Restrukturierungen, d.h. Verträge, die erneuert, umstrukturiert oder neu verhandelt wurden. Zudem ist eine größere Anzahl von Multi-Sourcing-Umgebungen zu erkennen und eine Zunahme an neuen, zukunftsorientierten Verträgen zu beobachten, die Cloud-Elemente beinhalten.”

Der EMEA TPI Index verzeichnete für Deutschland, den zweitgrößten Markt in Europa, einen ACV von 2,6 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das den Atos-Siemens-Megavertrag beinhaltete. Trotz der geringeren Zahl an neuen Verträgen gegenüber dem Vorjahr erreichte der Outsourcing-Markt in Deutschland 2012 sein bislang zweitbestes Gesamtergebnis.

Im IT Operation Outsourcing (ITO) und BPO zeigte sich in ganz EMEA jeweils eine überraschende Trendwende. Die insgesamt 5,1 Milliarden Euro ACV, die 2012 in dieser Region für ITO-Services vertraglich vereinbart wurden, repräsentieren hierin den niedrigsten Stand innerhalb von fünf Jahren. Auch die Anzahl an Verträgen lag unterhalb der Ergebnisse der letzten Jahre.

Im Unterschied dazu setzte BPO seinen steten Aufstieg in EMEA seit Beginn der rezessiven Tendenzen fort. Der ACV für das Gesamtjahr wuchs um 35 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, was dem besten jährlichen Ergebnis entspricht, das in dieser Region gemessen wurde.

„Während ITO die Hauptanlaufstelle für Unternehmen war, ihre Kosten in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld zu kürzen, orientieren sich die Unternehmen in EMEA nun in Richtung Business Process Outsourcing, das einen nachhaltigen geschäftlichen Wandel herbeiführen kann”, fügt Schäfer hinzu und erläutert: „Für die nahe Zukunft zeichnet sich ein gemischtes Szenarium ab. Während wir für das erste Quartal 2013 von einem gesunden Anstieg an Vertragsvergaben ausgehen, folgt möglicherweise ein schwächeres zweites Quartal. Die kurzfristig zu erwartenden Vertragsabschlüsse scheinen – gemäß der Aussagen der Service Provider, mit denen wir sprechen – ein robusteres und besseres Ausmaß zu erreichen als je zuvor. Die langfristigen Aussichten haben sich jedoch noch nicht herauskristallisiert.”

ISG präsentierte den 4Q12 EMEA TPI Index im Rahmen einer Konferenzschaltung für Medien und Analysten. Die Audioaufzeichnung des Gesprächs und die Präsentationsfolien sind über http://www.isg-one.com/web/research-insights/tpi-index/#EMEA erhältlich.

TPI Index: Der von ISG veröffentlichte TPI Index gilt als maßgebliche Quelle für Informationen über das Marktgeschehen in Bezug auf Transaktionsstrukturen und -bedingungen, Branchentrends, geografische Verbreitung und Service Provider-Kennzahlen im Outsourcing. Seit mehr als einem Jahrzehnt bietet der Index Kunden, Sourcing-Anbietern, Analysten und der Presse eine vierteljährliche Momentaufnahme der Sourcing-Branche.

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