SSC_malottke
• On-shore: Das SSC befindet sich im selben Land, aber nicht zwingend am Unternehmensstandort
• Near-shore: Das SCC befindet sich an einem dem Unternehmen nahe gelegenen Land (z.B. in einem CEE-Land aus Sicht eines österreichischen Unternehmens)
• Off-shore: SSC an einem weiter entfernten Standort (jedenfalls nicht on- oder near-shore)

Ausgehend von diesen Optionen sollte dann eine Eingrenzung der möglichen Standorte erfolgen. Dabei sind vor allem die folgenden Aspekte für den jeweiligen Standort bzw. das jeweilige Land zu beachten:

• Kostenstrukturen
• Politische und wirtschaftliche Stabilität
• Verfügbarkeit und Qualifikation von Personalressourcen
• Infrastruktur und Erreichbarkeit des Standorts
• Regulatorisches Umfeld

Auf globaler Ebene sollten auch Aspekte wie unterschiedliche Zeitzonen, Sprachen und kulturelle Besonderheiten am jeweiligen Standort berücksichtigt werden. 

In Anbetracht der Vielzahl an beeinflussenden Faktoren ist es leicht nachzuvollziehen, dass sich Unternehmen stets auf der Suche nach geeigneten Standorten für SSC befinden. Personalfaktoren haben dabei nach wie vor höchste Priorität, da immer mehr und auch immer komplexere Prozesse für eine Auslagerung in ein SSC in Frage kommen und somit die Anforderungen an den Standort steigen.

Beim kürzlich auf globaler Ebene durchgeführten Deloitte Shared Services Survey wurden die USA, Indien, UK, Mexico und Australien als die Top 5 SSC-Standorte genannt. Indien und die USA rangieren ganz vorne bei jenen Standorten für SSC, die Services für zwei oder mehr Kontinente anbieten.

Ob ein Unternehmen einen lokalen oder globalen Ansatz bei der SSC-Standortwahl verfolgt, hängt wesentlich von dessen Internationalisierungsstrategie ab.

Im Zuge der Wirtschafts-und Finanzkrise scheinen Unternehmen in Hinblick auf die Standortwahl ihrer SSC wieder vorsichtiger geworden zu sein. Waren im Jahr 2009 noch rund 45% Prozent der weltweit in Betracht gezogenen Standorte eher „off-the-beaten-track“ (also Standorte, für die wenig bis keine Erfahrungswerte verfügbar waren), so ist diese Zahl im Jahr 2010 wieder rückläufig. 70% der potentiellen Standorte sind bereits gut entwickelte SSC-Standorte oder so genannte „Hot Spots“, in denen bereits zahlreiche SSC angesiedelt sind.

Sehr viele dieser Hot Spots liegen in Osteuropa: in Polen, Ungarn, Tschechien, Bulgarien und Rumänien, das zurzeit in Hinblick auf Shared Services am schnellsten wächst. Während in den Anfangszeiten der SSC große osteuropäische Standorte wie Prag, Warschau, Bukarest oder Budapest als Standort gewählt wurden, ziehen Unternehmen auf der Suche nach Kostenersparnissen in letzter Zeit auch kleinere, weniger gut entwickelte Städte in der CEE-Region als Standort für ihr SSC in Betracht. Auch dabei hat die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal obersten Stellenwert.

Im asiatischen Raum dominiert nach wie vor Indien sehr stark, mit typischen Standorten wie Mumbai, Bangalore und Lahore, Malaysia und die Philippinen sind mit einigen potentiellen SSC-Standorten auf dem Vormarsch.

 

martin-von-malottkeAuthor: Dipl.-Ing. Martin von Malottke, MBA, Senior Manager | Consulting, Deloitte Consulting GmbH

mvmalottke-at-deloitte-at

 

 

Via Deloitte Consulting Blog

 

 

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