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Eine neue Entwicklung ist, dass immer mehr Firmen mit kleinem IT-Budget auslagern. 14,7 Prozent der Unternehmen mit einem IT-Budget unter 1 Million Euro wagen sich in diesem Jahr ins Outsourcing, berichtet Gartner. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 6,1 Prozent der Firmen in dieser Größenordnung.
Immer größer wird auch die Zahl der Unternehmen, die mindestens die Hälfte oder zum Teil über drei Viertel ihrer IT-Ausgaben an externe Dienstleister weiterreichen. „Allerdings zeigen die Ergebnisse auch, dass der Druck auf die IT-Ausgaben immer noch hoch ist“, sagt Claudio Da Rold, Vice President bei Gartner. „Die europäischen Unternehmen erwarten von den Anbietern weitere Kostenreduzierungen.“
Zu steigenden Zahlungen an die Anbieter sind die Firmen deshalb nicht unbedingt bereit. Insgesamt erwartet ein Viertel der Befragten sogar einen Rückgang der IT-Service-Budgets.
Laut Gartner ist derzeit in Europa ein ungewöhnliches Muster zu beobachten. Üblicherweise gehe eine Rezession erst einmal mit einer Phase der Kostensenkung und Optimierung einher, der eine Erholungsperiode mit einem klaren Augenmerk auf geschäftlichem Wachstum und Streben nach Marktgewinnen folge. Derzeit spielen sich aber offenbar komplexere Vorgänge ab.
Anforderungen schwer gleichzeitig zu bewältigen
Die befragten Unternehmen seien immer noch stark fokussiert auf Kostenkontrolle, wenn sie ihre Ziele beim Outsourcing formulieren, berichtet Gartner. Gleichzeitig suchen sie verstärkt nach Zugang zu Ressourcen und Kapazitäten sowie nach Flexibilität und Skalierbarkeit. Das bedeute ein komplexes Bündel an Business-Anforderungen, das nicht leicht zu stemmen sei, so Da Rold.
„Die Unternehmen in Europa erwarten – oder benötigen sogar – Wachstum, aber sie sind immer noch höchst vorsichtig“, sagt Da Rold. Er gehe davon aus, dass die tastende Erwartung eines Aufschwungs über dieses Jahr hinaus anhalten werde, der Griechenlandkrise zum Trotz. In jedem Fall seien die Firmen und ihre Service-Provider angehalten, ihre Multisourcing-Umgebungen zu optimieren und gleichzeitig industrialisierte IT-Services in Anspruch zu nehmen.
Immerhin zeichnet sich ab, dass aus dem lange erwarteten Durchbruch alternativer Delivery-Modelle jetzt ernst wird. Bei Software-as-a-Service sei ein Plus von 6,1 Prozent zu erwarten, bei Infrastructure Utility (IU) ein Zuwachs von 5,1 Prozent, so Gartner.
Gartner befragte für die Studie „Survey Analysis: Outsourcing and IT Services Priorities, Europe, 2010“ im ersten Quartal des Jahres 206 europäische Unternehmen. (via computerwoche.de)

 

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