Armenia_Yerevan_night_300

Auch heute noch ist die IT- Branche einer der wichtigsten Bereiche der armenischen Wirtschaft. Jährlich verlassen ca. 1600 IT-Absolventen mit sehr guten Sprachkenntnissen die armenischen Universitäten. Die wichtigsten Fachrichtungen sind Informatik, angewandte Mathematik und Kybernetik.

 

Ur-Programmiersprachen und neue Technologien

Hinsichtlich der einstigen Rolle Armeniens innerhalb der UdSSR als IT Forschungsstandort, finden sich hier insbesondere auch Senior-Programmierer mit sehr guten Kenntnissen in Ur-Programmiersprachen wie Cobol, Fortran oder IBM-Assembler.

Sei es die Entwicklung und Verwaltung von Legacy-Anwendungen oder die Migration auf neue Technologien, Anwendungsentwicklung in neuen Technologien oder Chip-Design, IT-Dienstleister werden auf der Suche nach entsprechenden Experten in Armenien schnell fündig. Armenische Dienstleister verfügen insbesonders über Erfahrung in:

  1. Anwendungsentwicklung in neuen Technologien
  2. Legacy-Anwendungen
  3. Elektronische Transaktionsdienstleistungen
  4. Managed Operations
  5. Entwicklung von Mobile Anwendungen
  6. Billing-Lösungen
  7. E-Commerce-Lösungen

 

Unternehmen in Armenien

In den letzten Jahren ist die Zahl der westlichen Firmen,  die an Firmen in Armenien beteiligt sind oder mit armenischen Dienstleistern zusammenarbeiten, zwar stark gewachsen, doch trotz großer Geschichte als IT-Forschungszentrum, westlicher Arbeitsethik und breiter Palette von IT- Lösungen, die von Armenien aus erbracht werden, ist die ehemalige Sowjetrepublik innerhalb der europäische IT-Industrie noch relativ unbekannt.

Derzeit sind circa 360 Firmen auf den Gebieten Softwareentwicklung, Chipdesign und Hardwarezusammenbau tätig.

Zu den ausländischen Unternehmen die IT-Dienstleistungen aus Armenien beziehen, gehören beispielsweise: Synopsis It, LLC, LTX-Credence Corporation, AtTask, Inc., CQG, Inc., Mentor Graphics, Inc., National Instruments Corporation, be2 Armenia – die IT_Abteilung von be2, von 2003 – 2009, Lycos Europe mit mehr als 200 Programmierern in Ihrer Niederlassung in Armenien sowie Atos Origin.

Mit Hilfe des „Research and Innovation Strategic Plan“ unterstützt die Regierung gezielt Branchen wie IT- und Kommunikationstechnologien, Ernährungssicherheit sowie Umwelt und Energie.

  1. Maßnahmen zur Förderung von Fachkräften und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch Zusammenarbeit der Universitäten und des IT-Industriesektors (Lehrpläne entwickelt und die Universitäten mit dem nötigen Equipment ausgerüstet.)
  2. Entwicklung von Strategien auf der Basis der Kosten-Nutzen Analyse, die zum Ausbau der IT-Branche führen sollen.

Beispiel Serviceprovider: eXtendiaIT

 

Allgemeine wirtschaftliche Situation

armenia_world_300Trotz komplizierter Geschäftsbedingungen hat Armenien in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte verzeichnen können. Nach einer umfassenden Liberalisierung der Wirtschaft – die Privatisierung begann 1994 und ist inzwischen weitgehend abgeschlossen – setzte 1997 das Wirtschaftswachstum wieder ein. Seit dem Jahr 2001 weist Armenien sogar zweistellige Wachstumsraten auf und konnte im Jahre 2006 die Wirtschaftskraft des Jahres 1988 wiedererlangen.

Die wichtigsten Industriezweige sind Maschinenbau, chemische Industrie, Textil-, Metall-, Nahrungsmittel- und Aluminiumindustrie. In den Schlüsselindustrien Energie und Telekommunikation sind insbesondere russische Firmen präsent. Armenien verfügt über keinen nennenswerten Rohstoffvorkommen, konzentriert sich aber insbesondere auch auf die Entwicklung von Wissenschaft und Bildung. Ein positives Beispiel für die internationale Orientierung Armeniens ist beispielsweise auch die Förderung von Sprachkennnissen. In armenischen Schulen wird beispielsweise bereits ab der 3.Klasse English gelehrt, welches für die Schüler neben Armenisch und Russisch dann bereits die dritte Sprache ist.

Seit 1994 hat Armenien seine Wirtschaft konsequent liberalisiert und verzeichnete bis zum Eintritt der Wirtschaftskrise solide Wachstumsraten. In 2007 lagen diese bei 14 %. Der Dienstleistungssektor steuert einen Anteil von 37 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Insbesondere der IT-Sektor, der ein bemerkenswertes Wachstum zeigt, zählt zu den führenden Wirtschaftsbereichen Armeniens.

 

Wirtschaftsförderung, Organisationen und Initiativen

Aufgrund der hohen Abhängigkeit von der Außenwirtschaft ist Armenien auf günstige Bedingungen für Auslandsinvestitionen bedacht. In der Praxis heißt das: gleiche Rechte für ausländische und einheimische Unternehmen, wenig Bürokratie bei der Unternehmensgründung, zweijährige Steuerfreiheit bei Investitionen über 855.000 US$. Außerdem sind Unternehmensgründungen erlaubt, die sich zu 100% im ausländischen Besitz befinden.

Darüber hinaus ist der Umtausch ausländischer Währungen uneingeschränkt möglich. Armenien verfügt über ein stabiles Geschäftsumfeld, das auf dem Prinzip der freien Marktwirtschaft mit einer verstärkten Unterstützung von Privatinitiativen basiert, strategisch günstige geographische Lage und ein attraktives Steuersystem.

Seit Februar 2003 ist Armenien Mitglied der Welthandelsorganisation. Bilaterale Freihandelsabkommen bestehen unter anderem mit Georgien und Russland. Geldtransfers der zahlreichen Auslandsarmenier sind ein wesentliche Stütze der armenischen Volkswirtschaft. Davon kommen ca. 45 % aus Russland und 15 % aus den USA.

Im Jahre 2005 stiegen Firmen aus Deutschland zum größten Investor in Armenien auf, sie tätigten 97,5 Millionen US-Dollar Direktinvestitionen.

 

Zu den wichtigsten Organisationen und Initiativen zählen:

EIF – Enterprise Incubator Foundation. EIF ist von der Weltbank und der armenischen Regierung ins Leben gerufen worden, um die IT-Branche aktiv zu unterstützen.

ADA (Armenian Development Agency) wurde 1998 von der Regierung der Republik Armenien mit dem Ziel gegründet, ausländischen Investoren und Exporteuren den Zugang zum armenischen Markt zu erleichtern.

 

Politische Verhältnisse

Am 21. September 1991 erklärte sich Armenien von der sich in Auflösung befindlichen Sowjetunion für unabhängig. Das Parlament, die Nationalversammlung, wird alle vier Jahre gewählt. Es gibt nur eine Kammer. Die bedeutendsten Parteien sind die Republikanische Partei Armeniens (die mit Andranik Markarjan bis zu dessen Tod am 25. März 2007 den Premierminister stellte) und die Armenische Revolutionäre Föderation (gegründet 1890).

Nach Einschätzungen von Vertretern der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung verfügt Armenien neben den Bereichen Obstverarbeitung, Tourismus, erneuerbare Energien und Innovationen und Know-how-Transfer, über ein hohes Potenzial im Bereich IT/TK.

 

Deutsch-Armenische Beziehungen – IT-Industrie

Ein erster Schritt, eine Brücke zwischen der IT- Industrie der Technologieregionen in Deutschland und der IT- Industrie in Armenien zu schlagen und somit die Beziehungen von Armenien und Deutschland im IT Bereich weiter auszubauen, ist am 19.05.2011 in der deutsch-armenischen IT- & Engineering-Konferenz im Haus der Wirtschaft der IHK Karlsruhe getan worden.

Als Fazit der Konferenz blieb festzuhalten, dass der gemeinsame Korporationsgedanke auf dem besten Weg sei und dass die armenische IT- Industrie mit ihren hochrangigen Spezialisten in Deutschland fußfassen kann, was neben den Vorteilen für Armenien auch klare Vorteile für deutsche Firmen, die sich in Armenien ansiedeln möchten, mit sich bringt.

Mit dem Bestand an hochqualifizierten und motivierten IT-Experten ist Armenien ein hervorragender Standort für europäische und internationale Projekte. Hohe Produktivität und ein geringeres Lohnkostenniveau machen Armenien zu einem attraktiven Investitionsstandort für den Dienstleistungssektor.

 

Weitere Informationen und Kontakte

> http://www.armenien.de/ sowie unter > http://www.armenica.org/

> http://www.gtai.de/fdb-SE,MKT201102118010,Google.html

> http://www.ost-ausschuss.de/signal-der-hoffnung

> http://www.docstoc.com/docs/45611710/Investitionsfrderung-_PPT_-638-K

IHK-Treffen in Karlsruhe > http://www.baden-tv.com/artikel/Deutsch_Armenische_IT_and_Engineering_Konferenz

 

Autor: Edmond Markosyan, Redaktionelle Bearbeitung: Stephan Fricke Weitere Quellen: Wikipedia

Über den Autor: Herr Morkosyan lebt in Jerewan, Armenien und ist Philologe mit der Fachrichtung Dolmetschen und Übersetzen (armenische Sprache und deutsche Sprache). Zwischen 2005 und 2008 war er als Dolmetscher im Projektteam der deutschen Firma Achenbach Buschhütten im Rahmen eines Modernisierungsprojektes tätig. Danach war er verantwortlich für das Anzeigengeschäft des Internet-Portal-Anbieters Lycos. Seit 2009 ist Herr Markosyan Leiter eines IT-Infrastruktur Projektes in den Bereichen Office Transition und IT Service Delivery. 

 

  

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