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Indonesien ist im Aufbruch. Trotz der noch immer sehr aktiv betriebenen Landwirtschaft befindet sich das Land an der Schwelle zum Industrieland. Durch den Export von Rohstoffen wie Gold, Kohle und Holz hat Indonesien seine Stellung als Hochbildungsland stark ausgebaut.

Eine Folge davon ist, dass sich auch zunehmend IT-Unternehmen im Land ansiedeln, weil es hier nicht nur gute IT-Spezialisten gibt, sondern diese auch bezahlbar sind. Die Weltwirtschaftskrise hat Indonesien außerdem weitgehend verschont. Noch vor drei Jahren betrug das Bruttoinlandsprodukt-Wachstum nach wie vor 4,4 Prozent (2008: 6,4 Prozent) und war so, nach China und Indien, das einzige Land der Welt, welches 2009 überhaupt auf ein positives Wirtschaftswachstum blicken konnte.

Indonesisch ist eine der am meisten gesprochenen Sprachen der Welt mit circa 180 Millionen Sprechern. Trotzdem ist die Muttersprache vieler nicht Indonesisch sondern einer der vielen Dialekte und anderen Sprachen wie Javanisch, Sundanesisch und Madura. Für Verhandlungen sind demnach Übersetzungen durch Dolmetscher durchaus empfehlenswert auch wenn Englisch natürlich für viele dort die übliche zweite Fremdsprache ist.

indonesien_jakarta_300Europa ist, was nicht nur das Landschaftliche und die Wirtschaft betrifft, ebenso in anderen Punkten im Vergleich zu Indonesien gesehen sehr verschieden. So gibt es kulturelle Unterschiede, welche in einer beruflichen Zusammenarbeit beachtet werden sollten. Diese kulturellen Unterschiede haben einen richtungsweisenden Einfluss auf Dinge wie Verhandlungsführung und Arbeitsweisen, aber auch Planung sowie Personalmanagement. Daher ist die Kenntnis dieser Unterschiede zentral für ein gutes Gelingen von erfolgreichem Engagement in Indonesien.

Im Folgenden listen wir eine kleine Auswahl von indonesischen Mentalitätsbesonderheiten auf, die für den Umgang zwischen Geschäftspartnern anderer Länder und Indonesiern relevant sind. Diese machen berufliche Zusammenarbeit deutlich leichter.

 

1. Hierarchisches Denken

In der indonesischen Gesellschaft herrschen klare Hierarchien. Dabei sind der Status und das Alter eines Menschen von tragender Rolle. Etablierte Machtverhältnisse sind nicht zu hinterfragen. Offener Widerspruch gegen Autoritäten ist ein Tabubruch. Das gilt es zu vermeiden. Diese Hintergrundinfo ist stets zu beachten, wenn man mit indonesischen Partnern kommuniziert. Auftraggeber sind automatisch in einer führenden Position und sollten daher beherzigen, dass Ihnen die Rolle einer Autoritätsperson zukommt. Mit diesem Wissen ist dementsprechend sehr bewusst umzugehen.

 

2. Orientierung an der Gemeinschaft

Indonesiern ist eines besonders wichtig: Ein Gefühl der Gruppenzugehörigkeit. Dabei spielt es keine so große Rolle, ob es sich hierbei um eine religiöse, familiäre oder ethnische Gruppe handelt. Es entwickeln sich Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Mitgliedern dieser Gruppen. Diese entstehen durch Verpflichtungen einander gegenüber. Loyalität gegenüber der Gruppe ist von höchster Wichtigkeit und schützt diese nach außen hin. Das bedeutet für indonesische Auftraggeber Folgendes: Ein indonesischer Auftragnehmer wird stets versuchen, dass er seine Aufgaben auch bestmöglichst erfüllt. Tut er dies nicht, so verursacht er sich und seiner Gruppe Schaden, wenn Pflichterfüllung vernachlässigt wird. Auch die Sprache ist Ausdruck des indonesischen Gemeinschaftsgefühls. Bevorzugt wird die erste Person Plural, also die Wir-Form, oder die passive Ausdrucksweise. Als Individuum lässt man vornehme Zurückhaltung walten. Vieles wird zu zweit oder in der Gruppe erledigt. Am Arbeitsplatz versucht man ebenso Aufgaben zusammen oder gleich im Team anzugehen.

 

3. Personenbezug

Indonesier geben sehr viel auf persönliche Beziehungen. Ein gutes Verhältnis zu seinem Geschäftspartner aufzubauen ist von großer Wichtigkeit. Nur dann ist eine effiziente Erledigung erteilter Aufgaben möglich. Durchaus flexibel werden in Indonesien Zeitpläne gesehen. Das sollte man dringend in Planungen miteinbeziehen, sollte man mit einem rigiden Zeitplan arbeiten wollen.

 

4. Kommunikation findet indirekt statt

Direktheit und präziser Ausdruck sind in Deutschland mehr als üblich. Meinungen werden mit möglichst genauen Formulierungen ausgedrückt. In Indonesien ist das sehr unüblich. Kommunikation verläuft deutlich indirekter. Wie so oft ist demnach nicht nur ein Übersetzer an sich nötig, sondern die Gepflogenheiten des Landes müssen natürlich auch beachtet werden. Gerne spricht man in Indonesien durch Andeutungen oder es werden Fragen und Beispiele benutzt, um Meinungen auszudrücken. Nicht hören, oder wenn dann sehr selten, wird man ein klares Nein oder direkte Ablehnung. Direkter Widerspruch ist in Indonesien rar. Eher greift man auf Worte wie „vielleicht” und „noch nicht” zurück und macht so Widerspruch gegenüber einer Sache deutlich. Es kann auch durchaus vorkommen, dass eine Frage einfach ignoriert wird. So ein Verhalten ist als Ablehnung zu interpretieren.

 

Durch Beachtung dieser Richtlinien steht einer erfolgreichen Kooperation mit indonesischen Experten nichts im Weg. In Indonesien kann auf hochqualifizierte, höfliche und angenehme Geschäftspartner gesetzt werden. Kooperationen mit diesen sind mit Sicherheit mehr als nur befriedigend. Internationale Investitionen hat Indonesien als einer der Binnenmärkte Südostasiens schon mehrfach für sich gewonnen. Zusammen mit China und Indien ist Indonesien das Land, welches am relevantesten für den asiatischen Wachstumsmarkt ist. Chancen wie diese sollte man nicht ungenutzt lassen.

 

Quelle: twago, Bilder: wikipedia

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