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Diese sollen sicherstellen, dass die Umsätze wie vergangenen Jahr über dem Marktdurchschnitt sprudeln. Gemäss dem Barry Callebaut-Chef ist der Wille zum Outsourcing da, doch viele Firmen täten sich noch schwer, die Schoggi-Herstellung aus der Hand zu geben. «Das ist historisch bedingt», erklärt Jürgen Steinemann, «zu einem Tango gehören immer zwei».

Dennoch herrscht Optimismus: «Wir haben eine volle Pipeline an Outsourcing-Ideen und -Gesprächen und wenn wir ein Geschäft abschliessen können, dann werden wir es tun», erklärte Steinemann.

Nächste Wachstumsphase im Blick

Der Firmenchef bereitet indes die nächste geografische Wachstumsphase vor. «Überall dort gibt es Lücken mit Potenzial, wo viele Menschen leben und wo die Einkommen steigen», sagt Steinemann im Video-Interview mit cash. Welche Länder er damit meint, wollte Steinemann noch nicht preisgeben. China und Indien dürften aber ganz oben auf seiner Liste stehen.

Aber auch die Märkte Südamerikas ziehen den Schokoladen-Hersteller an. Barry Callebaut hatte im Mai 2010 seine erste Schokoladefabrik in Südamerika eingeweiht. «Brasilien ist eine tolle Geschichte», sagt Steinemann. «Alle reden nur von China. Brasilien wächst ebenso schnell und in stabilerem, besser bekannten Umfeld.»

Kakao-Spekulanten beschäftigen Barry Callebaut

Mit der wachsenden Nachfrage in den aufstrebenden Ländern stiegen zuletzt die Kakao- und Zuckerpreise auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Dass Spekulanten offenbar Gefallen an dem süssen Rohstoff finden, erstaunt Steinemann nicht: «Agrarrohstoffe dienen dazu, Lebensmittel herzustellen. Die Weltbevölkerung steigt, das Einkommen ebenso. Also ist mehr Geld da für Lebensmittel. Dadurch steigt die Nachfrage nach Agrarrohstoffen und das hat eben ein spekulatives Element», erklärt der Konzernchef.

Es gebe eben unheimlich viel Cash auf dieser Welt und das suche sich seinen Weg, um sich zu vergrössern. Deshalb gibt es laut Steinemann immer mehr private wie institutionelle Anleger, die dieses Feld besetzen möchten. Für Barry Callebaut heisst das: «Die Elemente, die den Preis verändern, sind sehr viel breiter geworden. Die Volatilität der Preise steigt.»

Die Folge: Rohwarenpreise lassen sich schwieriger vorhersagen. Darum beschäftigt der Schokoladenriese gegenwärtig so viele Mitarbeiter wie noch nie am Kakao-Desk in Zürich, wo der Einkauf zentralisiert sei. Mit einer Entspannung der Rohstoffpreise rechnet Steinemann in den nächsten 12 Monaten nicht.

Aber: Barry kann einen grossen Teil der Preissteigerungen für Rohwaren an die Abnehmer in der Nahrungsmittelindustrie weiterreichen, wie Steinemann imVideo ausführt. (via cash.ch)

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